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Leben und arbeiten in Singapur

Eine hochmoderne Infrastruktur, westliche Konsumartikel in Supermärkten und Geschäften, Tranport- und Wohnungswesen mit westlichen Standarts, und dazu sommerliche Temperaturen über das ganze Jahr hinweg - in Singapur lässt es sich gut leben - und arbeiten aller Regel auch. Zwar verbessert der Inselstaat sein Bildungsystem kontinuierlich und effektiv, aber der Bedarf an qualifiziertem Personal in der schnell wachsenden Wirtschaft des Landes - vor allem in den  Schlüsselbranchen Biotechnologie, Bildung und Finanzdienstleistungen - lässt sich nur mit Hilfe von Personal aus dem Ausland abdecken. Die Regierung des Kleinstaates steht daher der Zuwanderung von qualifizierten ausländischen Arbeitskräften positiv gegenüber.

Zusätzlich nimmt die Wichtigkeit der Wirtschaftsdrehscheibe Singapur als Standort für Banken und  Finanzdienstleister aus aller Welt stetig zu. 2009 waren nach offiziellen Angaben über 170 lizenzierte Finanzdienstleister, 50 Investmenthäuser und rund 100 Geschäftsbanken im Stadtstaat aktiv, Das Bankgeheimnis des Stadtstaates zählt zu den strengsten der Welt, Kapitalertragsteuer wird nicht erhoben, Einkommenssteuer- und Körperschaftssteuersätze liegen im internationalen Vergleich niedrig und wurden in den letzten Jahren öfter gesenkt als erhöht. Singapur gilt deshalb heute mehr denn ja als die "Schweiz Asiens" - insgesamt werden hier an die 800 Milliarden Dollar verwaltet - und als zukunftsstarkter Wirtschaftsstandort und Arbeitsmarkt.

Wer auf eigene Faust nach Singapur kommt um dort Arbeit zu suchen, kann dies zunächst über drei Monate mit einem Touristenvisum tun, das bei der Einreise erstellt wird. Dauert der Aufenhalt länger, stellt man einen Antrag auf eine sogenannte langfristige Aufenthaltsgenehmigung für Arbeitssuchende für ein Jahr (90,00 SGD Gebühr, Bearbeitungszeit 4 Wochen). Wer seine Karriere in Singapur auf diesem Weg beginnt, hat bei entsprechenden Qualifikationen vor allem in neuen Nischen gute Chancen auf Erfolg. Verzichten würde er dabei wird er dabei allerdings auf diverse, auf von ausländische Arbeitsgebern entsandte Arbeitskräfte zugeschnittene und in der Regel lukrative Sonderverträge.

Die Mehrheit der in Singapur arbeitenden Ausländer wurde von ausländischen Unternehmen dorthin entsandt. Hierbei übernimmt der Arbeitgeber die Abwicklung aller hierzu nötigen Formalitäten, wie etwa die Ausstellung des sogenannten Employment Pass. Ob und inwieweit man bei einer Entsendung nach Singapur von den dortigen günstigen Steuersätzen profititieren kann, hängt unter anderem von der Dauer der Beschäftigung ab. Arbeitet man nicht mehr als 183 Tage pro Jahr in Singapur, sind für in dieser Zeit angefallene Einkünfte maximal 15 Prozent Steuern zu zahlen, bei weniger als 60 Tagen bleiben sie steuerfrei. Weiterhin spielt eine Rolle, ob das Gehalt direkt vom europäischen Arbeitgeber oder von einer Tochterfirma in Singapur ausgezahlt wird. Im letzteren Fall bleiben deutsche und schweizer Finanzämter aussen vor. Zu beachten sind hierbei allerdings diverse Sonderrfälle aufgrund von Doppelbesteuerungsabkommen, die sowohl mit Deutschland als auch der Schweiz bestehen.

Wer seinen ständigen Wohnsitz nach Singapur verlegt, zahlt progressiv 2% bis 28% Steuern. Als weiterer Plupsunkt gilt, dass auch Steuerzahlen an sich in Singapur einfacher und schneller geht als anderswo: 2009 belegte das Land auf der "Ease of Paying Taxes" Rangliste der transparentesten Steuersysteme unter 178 Ländern den zweiten Platz - Deutschland liegt im Vergleich auf Platz 67, die Schweiz auf Platz 15. Singapur ermöglicht einen modernen und konsumorientierten Lebensstil nach westlichem Muster. Lebensmittel sind zum allergrösten Teil importiert und daher vergleichsweise teuer, Mieten wegen der limitierten Grundfläche des Kleinstaates deutlich höher als in Europa, was andererseits durch die günstige Steuergesetze gut kompensiert wird. Kulturell ist Singapur zwar ein Vielvölkerstaat, pflegt jedoch eine determiniert asiatische Identität mit entsprechender Mentalität und Gebräuchen - typisch asiatische Höflichkeit und Geduld auf der "Plusseite", mangelnde Direktheit in beruflicher und privater Kommunikation auf der Minusseite - auf die es sich einzustellen gilt.

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